Unter dem Begriff Hyperplasie versteht man jedes Gewebewachstum, das durch eine Zellvermehrung charakterisiert wird. Normalerweise findet hyperplastisches Wachstum durch mitotische Zellteilung oder Proliferation neuer Zellen aus Stammgewebe statt.
Im Falle des Muskelwachstums ist Hypertrophie als Mechanismus allgemein akzeptiert, während Hyperplasie noch Gegenstand grundsätzlicher Forschung ist. Muskelzellen besitzen keine Fähigkeit zur Mitose, sie verwenden jedoch einige alternative Möglichkeiten zur Erhöhung ihrer Anzahl.
Gonyea et al. (1977) beobachteten erstmals eine signifkante Muskelhyperplasie bei Katzen, die schwerem Widerstandstraining ausgesetzt wurden.1) Dieses Ergebnis konnte mehrfach reproduziert werden, vor allem an Katzen und Vögeln.2)3)4)5)6) Als Entstehungsmechanismen werden folgende Hypothesen angenommen:
Es wurde postuliert, dass eine signifikante Hyperplasie ausschließlich durch extreme, chronische Belastungen erreicht werden kann. Kurzzeitige Belastungsmodelle konnten zwar eine gewisse hypertrophe Reaktion, allerdings keine Hyperplasie auslösen.10) Es wird ebenfalls vermutet, dass hypertrophierende Muskelfasern sich teilen, sobald sie eine kritische Masse erreichen, um die Entstehung von instabilen, gigantischen Muskelfasern zu vermeiden.11)
Die Hinweise auf eine mögliche Muskelhyperplasie beim Menschen sind indirekt: Larsson & Tesch (1986) fanden bei hochtrainierten Bodybuildern eine höhere Faseranzahl bei gleicher durchschnittlicher Faserquerschnittsfläche im Vergleich zur Kontrollgruppe.12) Alway et al. (1989) fanden sowohl eine höhere Faserquerschnittsfläche, als auch eine höhere Faseranzahl in Bodybuildern versus Kontrollgruppe.13)