Acetylsalicylsäure (ASS), besser bekannt unter seinem Markennamen Aspirin, ist ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und entzündungshemmendes Medikament.
Aspirin kann durch seine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung Muskelkater lindern, obwohl Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Diclofenac für diesen Zweck besser geeignet scheinen.
Aspirin verdoppelt die thermogene Wirkung des Dopingmittels Ephedrin1) und wird deswegen häufig zusammen mit Ephedrin und Coffein zur Beschleunigung des Fettabbaus verwendet.2)
Aspirin hat sich in einigen Studien als wirksam erwiesen, den Anstieg kataboler Stresshormone (Cortisol, HGH) bei sportlicher Belastung zu hemmen.3) Dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird deswegen unter Sportlern eine anti-katabole Wirkung nachgesagt.
Aspirin hat allerdings auch eine anti-anabole, wachstumshemmende Komponente: ASS hindert das Enzym COX (Cyclooxygenase) daran, Prostaglandine aus Arachidonsäure zu bilden. Im Muskelgewebe sind vor allem zwei Prostaglandine relevant: PGE2 und PGF2α. PGE2 wirkt akut katabol auf den Proteinumsatz, PGF2α hat eine anabole Wirkung. Sowohl PGE2 als auch PGF2α beeinflussen die Stammzellenaktivität an der verletzten Muskelzelle und somit das Muskelwachstum positiv.4)
Neben Mikrotraumata ist auch die prostaglandinvermittelte Entzündungsreaktion ein bedeutender Initiator des Muskelwachstums. Es ist also nicht unbedingt erstrebenswert, die Prostaglandinsynthese im Muskel durch Aspirin zu beeinträchtigen, da man außer der anti-katabolen Wirkung gleichzeitig eine anti-anabole und wachstumshemmende Wirkung umsonst dazubekommt.