Sehnen werden dem Bindegewebe zugesprochen. Sie bestehen aus Kollagen- und Elastinfasern, welche in eine extrazelluläre Matrix eingebettet sind. Der Kollagenanteil beträgt 65%-75% und der Elastinanteil ungefähr 2% der Trockenmasse einer Sehne 1). Diese Struktur erlaubt es Sehnen große Kräfte auszuhalten und diese zwischen Knochen und Muskeln zu übertragen.
Sehnen verbinden Muskeln und Knochen und stellen somit eine muskulotendinöse Einheit dar, deren primäre Aufgabe es ist, die von Muskeln erzeugten Zugkräfte zu übertragen, um Gelenke zu bewegen und zu stabilisieren. Die Funktion von Sehnen kann dabei in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die Übertragung von Zugkräften und die Speicherung und Wiederfreisetzung von elastischer Dehnungsenergie (Dehnungsverkürzungszyklus - DVZ) bei Bewegungen.
Ähnlich wie Muskeln sind Sehnen in einer hierarchischen Struktur organisiert 2).

Abbildung 1:Anatomischer Aufbau der Sehne 3)
Die kleinste Einheit einer Sehne stellt dabei die Kollagenfibrille dar. Jede Fibrille hat einen Durchmesser von 20-150nm. Kollagenfasern werden aus Bündeln von Fibrillen gebildet. Für die Bildung von Querbrücken zwischen Kollagenfibrillen, und somit die Produktion von Kollagenfasern, sind lösliche Tropokollagenmoleküle verantwortlich.
Die meisten Fasern in einer Sehne (97-98%) bestehen aus Typ I Kollagenfasern.
Die Spindelförmigen Zellen in Sehnen werden Tenocyten genannt. Diese Tenocyten sind spezialisierte Fibroblasten, welche das Protein der extrazellulären Matrix produzieren. Ein komplexes cardiovaskuläres System versorgt diese Zellen und erlaubt ihnen, ihre extrazelluläre Umgebung zu erhalten. Sie liegen zwischen den Fasern und helfen, die Sehne durch die Absonderung von Wachstumsfaktoren aufrecht zu erhalten. Nahe dem Ansatz zu Knochen und in Faserknorpel sind Tenocyten eher rund als Spindelförmig 4)5).